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Vortrag: „Die schwarze Pädagogik des Islamismus“

Ein Vortrag, der auf Initiative unseres Vereins mitorganisiert worden ist, startet heute im Klubhaus der Jugend in Saalfeld. Referent ist Thomas von der Osten-Sacken, der u.a. für die Welt, die Jungle World und die Zeitschrift konkret schreibt. Als Vorsitzender des WADI e.V. ist er seit über 25 Jahren im Nahen Osten und in Nordafrika unterwegs und wird uns viele interessante Einblicke gewähren können. Finanzielle Unterstützung für den Vortrag bekommen wir vom Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), dem DENK BUNT – Thüringer Landesprogramm sowie dem Land Thüringen mit seinem Ministerium TMBJS.

Im Rahmen unserer Vortragsreihe wird der Referent erläutern, wie die Kinder und Jugendlichen, die in islamischen Ländern aufwachsen, durch eine „schwarze Pädagogik“ nicht etwa zu selbstständigen Personen, sondern zu Hass und Antisemitismus erzogen werden. Diese Form der „Erziehung“ steht jedem aufklärerischen Gedanken fundamental gegenüber und stellt eine Form der Gegenaufklärung dar, deren Auswirkungen sowohl mörderisch als auch selbstmörderisch sind. Thomas von der Osten-Sacken wird sich in dem Vortrag mit dieser „schwarzen Pädagogik“ tiefgründig auseinandersetzen und diese näher erläutern.

Ort:
Klubhaus der Jugend
Breitscheidstraße 1b
07318 Saalfeld/Saale

Uhrzeit: 16:30 – 19:00 Uhr

Jahresbericht des Vereins für das Jahr 2015

Jahr 2015 war für unseren Verein wie nie zuvor geprägt von der Unterstützung der neu im Landkreis angekommenen Menschen, die aufgrund der globalen Bürgerkriege und Konfliktsituationen vor allem aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Eritrea nach Deutschland flüchteten.

Da aufgrund dieser Situation die fremdenfeindliche Partei „Der III. Weg“ für den 1. Mai eine große Demonstration in Saalfeld angekündigt hatte, haben wir bereits Monate zuvor mit dem Bündnis „Zivilcourage und Menschenrechte“ Gegenproteste vorbereitet – darunter ein Informationsstand unseres Vereins direkt am 1. Mai an der Geschwister-Scholl-Schule sowie eine Vorabend-Demonstration am 30.4. unter dem Titel: „Refugees Welcome! Racists and Nazis not!”. Bei dieser Demonstration haben wir gemeinsam mit Geflüchteten für deren Menschenrechte demonstriert. Dabei wurde auf Alltagsrassismus und auf den immer noch diskriminierenden Umgang mit Geflüchteten aufmerksam gemacht. Unsere Vorabenddemonstration war ein voller Erfolg: Es nahmen ca. 150-200 Menschen teil, Flugblätter wurden an die Saalfelder Bevölkerung verteilt und wir kamen mit dieser ins Gespräch über Fluchtursachen, über Lebensumstände von Geflüchteten in Deutschland und über Rechtspopulismus und Nationalsozialismus. Teile unserer Aktivitäten rund um den 1. Mai und die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit unserer Mitglieder wurden für den Fernsehsender Eins Plus filmisch dokumentiert.

Am 22.8. veranstalteten wir gemeinsam mit dem SB 1 e.V., dem Klubhaus e.V. und vor allem mit Flüchtlingen, die in der Gemeinschaftsunterkunft in Beulwitz wohnen, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „An der Saale hellem Strande“ ein Fest am Weidig in Saalfeld. Dort gab es türkisches, mazedonisches und syrisches Essen. Es wurde Fußball und Federball gespielt und Musik aufgelegt. Am Abend wurde darüber hinaus der Film eines Flüchtlings gezeigt, der die Kameraaufnahmen seines Mobiltelefons zu einer Dokumentation über seine Flucht von Syrien nach Deutschland zusammengeschnitten hat. Im September haben wir dieses Beisammensein bei einem Kinderfest an der Pyra in Gorndorf wiederholt.

Als Anfang September der erste große Zug („train of hope“) mit Flüchtlingen aus Syrien am Saalfelder Bahnhof ankam, halfen unsere Vereinsmitglieder gemeinsam mit dem Wahlkreisbüro der Linken „Haskala“, den Grünen und sehr vielen spontan zusammengekommenen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vor Ort dabei, Getränke und Essenspakete zu verteilen und die angekommenen Menschen freundlich zu begrüßen.

Seit dem Sommer gab es neben der Unterkunft in Saalfeld-Beulwitz auch eine neue Gemeinschaftsunterkunft in Rudolstadt auf dem ehemaligen Krankenhausgelände. Einige unserer Vereinsmitglieder sind seitdem Mitglied im dem breiten zivilgesellscgaftlichen Netzwerk „Neue Nachbarn Rudolstadt“, das sich um die Geflüchteten dort kümmert. Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis folgten im Oktober einem Aufruf des Freiraum Natur e.V., des JAM e.V. und unseres Vereins zum Bänkebauen für die neue Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Rudolstadt (vollständiger Bericht). Viele Menschen, die in der GU wohnten, beteiligten sich beim Bau. Unser Verein versorgte mit fachkundiger Unterstützung zweier syrischer Köche alle Beteiligten mit einem warmen Mittagessen. Das Ergebnis dieses Tages: Drei Bänke aus Paletten, mehrere Baumstühle sowie -bänke und sogar ein kleiner Tisch stehen von nun an für Begegnungen und zum Austausch zur Verfügung. Alle Beteiligten hatten einen erfüllten Tag und einige der Teilnehmer tauschten ihre Telefonnummern untereinander. Im November unterstützten unsere Vereinsmitglieder ein Kochprojekt mit Geflüchteten.

Ende Oktober haben wir uns nach monatelangen Briefwechseln als Beklagte gegen einen Initiator des Rudolstädter Bürgerbegehrens vor Gericht erfolgreich verteidigen können. Die (knappe) Vorgeschichte: Im August 2014 war in der Lokalzeitung OTZ über ein Bürgerbegehren zum Standort altes Krankenhaus, in dem eine Erstaufnahmestelle eingerichtet werden sollte, berichtet worden. Dieses Bürgerbegehren begann im Dezember 2014, beworben über einen Flyer und eine Facebookseite. Wir hatten noch im selben Monat als Reaktion auf das Bürgerbegehren, auf die mit diesem Medien und auf in diesen getätigte, fremdenfeindliche Äußerungen einen kritischen, offenen Brief verfasst. Uns wurde vorgeworfen, durch den Brief in unzulässiger Weise einen unberechtigten Rassismusvorwurf gegen eine einzelne Person, die das Bürgerbegehren mit initiiert hatte, geäußert zu haben. Dies wurde durch das Saalfelder Amtsgericht entkräftet und zu unseren Gunsten entschieden.

Nach längerer Vorbereitung und Recherche haben wir, ebenfalls im Oktober, eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der wir auf die in der einheimischen Bevölkerung des Landkreises verbreiteten Gerüchte gegenüber Geflüchteten sachlich eingegangen sind. Vor allem die angebliche Ladendiebstahlsrate ebenso wie das Gerücht darüber, dass der Rudolstädter Bürgermeister für von Geflüchteten begangenen Diebstahl aufkomme, haben wir mit Tatsachenfeststellungen bei Einkaufmärkten und mittels Anfragen bei der Polizei und beim Rudolstädter Bürgermeister entkräften können. Darüber hinaus haben wir ein Informationsblatt als Reaktion auf fremdenfeindlichen Flyer der extrem rechten Partei „Der III. Weg“ veröffentlicht und in Saalfeld verteilt.

Bei rassistisch motivierten Aufmärschen der NPD und des mit dieser Partei eng verbundenen Thügida-Netzwerks im September, Oktober und November in Rudolstadt und in Saalfeld-Gorndorf waren wir an den Gegenaktivitäten in der Vorbereitung und mit Redebeiträgen beteiligt.

Wir spendeten Teile der an uns gespendeten 2015 unter anderem für die Direktihilfe für Geflüchtete in Calais. Bis zum August 2015 fand monatlich unsere seit vielen Jahren finanzierte Lernhilfe und Hausaufgabenunterstützung für junge Flüchtlinge durch die Lehrerin Irina Morgenroth in der Begnungsstätte in Beulwitz statt.

In puncto Öffentlichkeitsarbeit und Informaton der Bevölkerung im Landkreis über Fluchtursachen hat unser Verein im Jahr 2015 seine Aktivitäten verstärkt. Unsere neu ernannte Pressesprecherin hat im Rahmen eines Volksbank-Wettbewerbs unter gemeinnützigen Vereinen unseren Verein in der Lokalzeitung OTZ vorgestellt und über unsere aktuellen Projekte für Geflüchtete berichtet. Ein weiteres Vereinsmitglied hat dem lokalen Saalfelder Radiosender SRB ein Interview gegeben, bei dem es um die Entstehung unseres Vereins und um einige bisher von uns durchgeführte Projekte ging.

Im Dezember haben wir schließlich mit Unterstützung von Fördermitteln aus dem Lokalen Aktionsplan (Projekt: Demokratie leben. Aktiv gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit) einen sehr gut besuchten Vortrag im Klubhaus Saalfeld organisiert, bei dem eines unserer Vereinsmitglieder die Saalfelder Bevölkerung unter dem Titel „Flüchtlinge in Deutschland“ unter anderem über Fluchtursachen informiert hat.

Wie auch in den Jahren zuvor hat unser Verein erneut mehrere Kleiderspenden für Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft in Beulwitz zur Verfügung gestellt. Inzwischen halten wir Menschen, die gut erhaltene Kleidung spenden möchten, verstärkt dazu an, diese – nach vorheriger Absprache – selbst in die Unterkünfte zu bringen. Auf diese Weise entstehen häufig Kontakte zwischen Geflüchteten und der einheimischen Bevölkerung.

Wir danken herzlich den vielen Einzelpersonen und Institutionen, die uns auch 2015 wieder durch aktive Hilfe und Spenden unterstützt haben, darunter der JAM e.V., der sein Preisgeld aus dem Volksbank-Wettbewerb mit dem Freiraum Natur e.V. und uns teilte, dem SB 1 und dem Klubhaus e.V. für die gute Zusammenarbeit, der Volksbank Saaletal e.G., der Sparkasse Saalfeld-Rudolstadt und der ver.di-Bildungsstätte Saalfeld für Spenden sowie dem Finanzamt Pößneck für die stellvertretende Unterstützung beim Benefizfußballturnier der Volksbank im Dezember in Rudolstadt.

Kurzer Bericht über unseren Verein beim SRB

Eines unserer Vereinsmitglieder hat dem lokalen Radiosender SRB ein Interview gegeben, bei dem es um die Entstehung unseres Vereins und um einige bisher von uns durchgeführte Projekte ging. Der Beitrag kann unter dem folgenden Link angehört werden:

http://srb.fm/podcast/zumsaru/1187967_Sorge_Grenzenlos_eV.mp3

Danke an den SRB!

Flüchtlingsprojekt in Saalfeld-Rudolstadt: Gemeinsam kochen statt Gerüchteküche

„Bratwurst und Couscous ergeben kulinarisch gesehen eine ungewöhnliche Mischung. Im Staatlichen regionalen Förderzentrum „Johann Heinrich Pestalozzi“ in Saalfeld harmonieren sie bereits.“ – ein Artikel von Sabine Bujack-Biedermann / 01.12.15 / OTZ

Weiterlesen unter: http://saalfeld.otz.de/web/saalfeld/startseite/detail/-/specific/Fluechtlingsprojekt-in-Saalfeld-Rudolstadt-Gemeinsam-kochen-statt-Geruechtekuec-899968753

Pressemitteilung

Gleichbehandlung aller Diebe – egal welcher Herkunft
Rudolstädter Bürgermeister weist Vorwürfe von sich

Ob bei Kaufland in Eisenach, Real in Erfurt oder Rewe in Berlin – an vielen Orten in Deutschland wird seit einigen Monaten das Gerücht gestreut, Flüchtlinge würden bei begangenem Diebstahl aus Gründen der politischen Korrektheit nicht angezeigt werden. Daraufhin meldeten sich dort bereits einige betroffene Filialleiter/innen zu Wort und dementierten solche Vorwürfe.
Das gleiche Gerücht hält sich nun seit einiger Zeit auch im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, wo an Stammtischen und in sozialen Netzwerken im Internet wiederholt behauptet wird, u.a. bei EDEKA in Rudolstadt und Marktkauf in Saalfeld würden Flüchtlinge, die bei einem Diebstahl beobachtet werden, nicht anzeigt werden. Auf Nachfrage des Grenzenlos. Verein für Menschenrechte e.V. bei EDEKA in Rudolstadt und Marktkauf in Saalfeld wurde am 19. und 23.10.2015 telefonisch von Seiten der Filialleitungen erklärt, dass bei Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund ALLE Diebstähle gleichermaßen zur Anzeige gebracht werden. Eine ungleiche Behandlung oder gar eine Anweisung dazu sei Unsinn.
In der Rede von Mandy Meinhardt (NPD) am 2. Oktober 2015 in Rudolstadt hieß es weiterhin, „dass der Rudolstädter Bürgermeister Herr Reichl das Diebesgut der Asylanten bezahlt.“ Herr Reichl bezog dazu Stellung und schrieb an unseren Verein: „Dazu ist festzustellen: 1. Es gibt keinerlei Anfragen von Einzelhändlern an die Stadt Rudolstadt oder mich persönlich, ob die Stadt Rudolstadt bereit ist, Zahlungen für Diebstahl von Waren, von wem auch immer, zu übernehmen. 2. Auf Nachfrage bei K+B Expert wurde mir bestätigt, dass es, seitdem die Gemeinschaftsunterkunft in Rudolstadt im ehemaligen Krankenhaus bezogen ist, keinen Anstieg von Diebstahl gibt. Vielmehr werden die Asylbewerber beim Einkauf beraten und die Waren werden von den Asylbewerbern bezahlt, wie von jedem anderen Kunden. 3. Die Stadt Rudolstadt oder ich als deren Vertreter haben bisher keinen im Zusammenhang mit Diebstahl im Einzelhandel entstandenen Schaden ausgeglichen und werden das in Zukunft auch nicht tun. 4. Wer Behauptungen aufgestellt hat oder verbreitet hat, dass die Stadt Rudolstadt oder ich als deren Vertreter ‚… das Diebesgut der Asylanten bezahlt‘, der lügt.“
Auch die Sprecherin der Landespolizeiinspektion Saalfeld erklärte, dass bei einem Tatbestand des Diebstahls, der bei der Polizei angezeigt wird, selbst wenn es sich um einen geringfügigen Diebstahl handelt, in jedem Fall Ermittlungen eingeleitet werden. Die Bearbeitung solcher Anzeigen führe, unabhängig von der Herkunft des Verdächtigen, zu keinem bürokratischen Mehraufwand.
Gerüchte wie diese schüren Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhass in der Bevölkerung. Wir als Grenzenlos e.V. sehen es daher als eine wichtige Aufgabe an, zur Aufklärung über solche Vorurteile beizutragen.