Wir unterstützen als mildtätiger Verein ein Heim in Bolivien, in dem Menschen mit körperlichen und seelischen Behinderungen wohnen.

Hervorgegangen ist diese Tätigkeit vor allem aus der Arbeit eines unserer Vereinsmitglieder, das in diesem Heim 2009 gearbeitet hat. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren die Lebensumstände der BewohnerInnen des Heims derart unzureichend, dass weitere Besuche Hilfe selbst bei absolut grundlegenden Lebensumständen erforderten. Durch Mangel an Windeln, bekamen die BewohnerInnen von den Pflegerinnen zu wenig zu trinken und sie schliefen auf der Toilette häufig aufgrund von Durst und Dehydration ein. An der Versorgung mit Windeln, die von dem staatlichen Heim kaum geleistet werden kann, hängt damit die Grundversorgung der BewohnerInnen, darunter viele Kinder. Unser Vereinsmitglied berichtet uns im Folgenden Ihrer Idee und deren Umsetzung bei ihrem zweiten Besuch in Bolivien im Jahr 2011:

Bei meinem Besuch in La Paz im März 2011 habe ich einen Vertrag mit einem Bolivianischen Windelhändler abgeschlossen, der ab diesem Zeitpunkt monatlich Windeln in das Behindertenheim IDAI (Instituto Departamental de Adaptacion Infantil) liefern sollte, in dem ich 2009 gearbeitet hatte. Dafür habe ich mit den Mitarbeiterinnen des Heimes genau aufgelistet, welche Bewohner jeweils wie viele Windeln täglich brauchen und anhand dessen einen Vertrag geschlossen. Dabei war ich mir mit Senor Quispe, einem Windelhändler aus La Paz, darüber einig, den Vertrag jeweils nur über wenige Monate abzuschließen und danach mittels Kontakt über das Internet zu verlängern. Er wollte auf die schwankenden Marktpreise Rücksicht nehmen und ich war mir nicht sicher, wie viele Spenden ich sammeln könnte und wie lange ich meine Projektidee aufrecht erhalten kann.

Noch während meines Aufenthaltes in Bolivien habe ich mich versichert, dass die erste Windellieferung im Heim ankam. In Deutschland zurück bin ich dann auf viel Interesse gestoßen und habe großzügige einmalige Spenden sowie auch einige längerfristige Unterstützung in Form von Daueraufträgen erhalten. Eine gewisse Zeit lang gestaltete sich die Kommunikation mit Senor Quispe zwar schwierig, häufig antwortete er nicht auf meine Mails und mir war nicht klar, ob er die Verträge jeweils verlängert. Wenn aber wieder ein Vertrag über 3 Monate abgeschlossen war, folgte auf jede meiner Überweisungen auch eine Windellieferung. Dies haben meine Schwester und verschiedene Freunde von mir bei unangekündigten Besuchen direkt in dem Behindertenheim in La Paz überprüft. Zuletzt teilten mir im November 2011 die Vorsitzende des Bolivianischen Kinderhilfswerks und ein Freund auf Reisen im Frühjahr 2012 mit, dass die Windeln regelmäßig geliefert würden und dies von den Mitarbeiterinnen des IDAI nach wie vor als große Hilfe empfunden würde. Mit dem Bolivianischen Kinderhilfswerk hatte meine Schwester in einem anderen Behindertenheim in Sucre gearbeitet und sehr viel Gutes über die Betreuung dort berichtet.

Es kommt in Bolivien sehr darauf an, unter wessen Leitung ein Projekt steht. „Mein“ Heim in La Paz ist staatlich getragen. Dementsprechend stehen kaum Spenden zur Verfügung und es fehlt an allem Möglichen. Insbesondere ist die Betreuung sehr schlecht. Zwei Frauen sind für 14 teils schwerstbehinderte Kinder zuständig, müssen sie pflegen, Essen zubereiten, füttern, sauber machen usw. und dies immer für 24 Stunden am Stück, bevor sie einen Tag frei haben. Das Spenden von Windeln ist nur ein kleiner Ansatzpunkt. Ich denke trotzdem, dass es sinnvoll und nötig ist, weil ich mit dieser Idee bei allen Betreuerinnen auf sehr große Freude gestoßen bin und allgemein einiges daran hängt. Die Kinder bekamen, als ich dort gearbeitet habe, kaum zu trinken, damit sie nicht urinieren müssen, waren sehr oft nass und wurden sehr, sehr lange auf der Toilette angebunden (wo sie dann sogar oft einschliefen!). Sicher ist es vor allen Dingen wichtig, die Betreuung zu verbessern. Dies kann ich selnbst jedoch leider nicht leisten, weshalb ich mich auf das Windelprojekt beschränke. Umso mehr habe ich mich deshalb gefreut, von der Leiterin des Bolivianischen Kinderhilfswerks zu hören, dass sie es für möglich hält, Freiwillige von ihrer Organisation in das Heim zu senden.

Der Vertrag mit mit Senor Quispe wird bis heute fortgesetzt.

Ich danke allen SpenderInnen – auch im Namen der Menschen aus dem Behindertenheim in La Paz – für die Spenden im Jahr 2011 und im laufenden Jahr 2012. Ab sofort übernimmt der Grenzenlos. Verein für Menschenrechte e.V. mein Projekt offiziell als Teil seiner Mildtätigkeit. Im Verein werde ich dieses dabei weiterhin betreuen.

Und ich möchte alle bisherigen UnterstützerInnen sowie alle Interessierten zugleich herzlich bitten, das Projekt weiterhin zu unterstützen und somit ein klein wenig für die Verbesserung der Lebenssituation der BewohnerInnen des Behindertenheimes IDAI beizutragen.

Für Spenden oder auch bei Ideen oder Anregungen wenden Sie sich bitte an uns – Kontakt: verein-grenzenlos [aet] riseup.net. Wir teilen Ihnen bei Interesse die Bankverbindung unseres Vereinskontos mit.

Ergänzung vom Dezember 2014: Unser Bolivienprojekt ist inzwischen ausgelaufen. Wir haben im vergangenen Jahr bei einem Besuch im Heim in La Paz Kontakt mit dem bolivianischen Kinderhilfswerk aufgenommen, um eine Sicherstellung der Pflege der Menschen im Heim vor Ort anzustoßen. Weiterhin fördern wir jährlich Projekte für Menschen mit körperlichen und seelischen Behinderungen, die Sie in unseren Jahresberichten finden können.