Gemeinschaftswerk dreier Vereine: Neue Sitzgelegenheiten in der Gemeinschaftsunterkunft Rudolstadt

Alles begann, als sich die Vereine JAM , Grenzenlos und FreiRaumNatur zum ersten Mal im Rahmen der Preisverleihung der OTZ- Aktion „Verein des Monats“ trafen. Man erkannte, dass man ähnliche Ziele verfolgte und entschloss sich zu einer gemeinsamen Aktion.

Die neuen Sitzgelegenheiten in der Gemeinschaftsunterkunft in Rudolstadt. Foto: Frank Hofmann

Rudolstadt. Schon vor Ort bei der Preisverleihung verständigte man sich auf eine gemeinsame Aktion. Im gleichen Zeitraum begann die Belegung der neuen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im alten Krankenhaus in Rudolstadt. Schnell war klar, dass dort jede Hilfe ­gebraucht würde. Also entschieden sich die Vereine kurzerhand, ihre gebündelte Kraft in ein gemeinsames Projekt dort zu investieren.

So wurde die Idee geboren, gemeinsam mit den Bewohnern Sitzgelegenheiten für den Außenbereich herzustellen. ­Dadurch würden sie für diesen Tag eine Aufgabe erhalten und gleichzeitig auch das Ergebnis dieses Tages zukünftig für Begegnungen und sozialen Austausch nutzen können. Außerdem wollten die Vereinsmitglieder die sich bietende Gelegenheit dazu verwenden, um die Neuankömmlinge besser kennenzulernen und um sich selbst ein Bild über deren Situation zu machen. Nach dem Motto „Wer gemeinsam arbeitet, der soll auch gemeinsam essen“ sollte darüber hinaus ein gemeinsam vorbereitetes Mittagessen den Tag abrunden und zu weiteren Gesprächen einladen.

Am vergangenen Samstagmorgen um 8.30 Uhr wurde damit begonnen, die Planungen in die Tat umzusetzen. Schon vom ersten Moment an waren die neuen Rudolstädter Einwohner zur Stelle und an dem ungewöhnlichen Geschehen in Innenhof der Einrichtung interessiert. Noch bevor die ersten Materialien entladen wurden, standen schon die ersten Helfer bereit. Schnell füllte sich der Hof mit Männern, Frauen und Kindern. Jeder wollte mitmachen und mit dabei sein. Die erste Bank war schon binnen weniger Minuten montiert.

Trotz der vielen unterschiedlichen Sprachen klappte die Verständigung nahezu problemlos. Neben Englisch und etwas Deutsch wurde teilweise auch mit Händen und Füßen kommuniziert. Oftmals half auch einfach ein Lächeln. Diese Sprache spricht man auf dem ganzen ­Planeten. Und an diesem Tag wurde sie hier oft gesprochen.

Platz geschaffen für Begegnungen
Anja, ein zehnjähriges Mädchen aus Albanien, sagte in einem sehr guten Deutsch, dass sie ihren Papa seit Monaten das erste Mal wieder Lachen sieht, weil er endlich wieder etwas zu tun hatte. Ein junger Mann aus ­Afghanistan blühte richtig auf, als er mit einem Winkelschleifer die mit der Kettensäge vorbereiteten Baumstämme abschleifen konnte. In seiner alten Heimat war er Zimmermann.

Die fertig zusammen­geschraubten Bänke wurden ­abschließend – nicht nur von den anwesenden Kindern – mit Farbe behandelt und verschönert. Erstmalig genutzt wurden die Möbel dann auch gleich zur Einnahme des gemeinsamen ­Essens. Die Mitglieder von Grenzenlos verwöhnten die Anwesenden mit einer leckeren Suppe und frischem Salat.

Das Ergebnis dieses Tages: Drei Bänke aus Paletten, mehrere Baumstühle sowie -bänke und sogar ein kleiner Tisch stehen von nun an für Begegnungen und zum Austausch zur Verfügung. Alle Beteiligten hatten darüber hinaus einen sehr erfüllten Tag und einige der Teilnehmer tauschten sogar ihre Telefonnummern untereinander. Am wichtigsten war jedoch die ­Erkenntnis, dass es in Rudolstadt viele neue Bewohner gibt, die hilfsbereit, freundlich und dankbar sind.

OTZ / 13.10.15

Quelle: http://saalfeld.otz.de/web/saalfeld/startseite/detail/-/specific/Gemeinschaftswerk-dreier-Vereine-Neue-Sitzgelegenheiten-in-der-Gemeinschaftsunt-1814829306